Dreiklang 2011 in Halle an der Saale

Vom 02.09.2011 bis 04.09.2011 trafen sich etwa 120 junge Choristen und Instrumentalisten zu dem dreitägigen Workshop in Halle, der mit einem wundervollen Konzert in der Ulrichskirche zu Halle und einem Konzert am 18.09.2012 in Jena endete.

Es tut so gut, im Zeitalter von Handys, Computern, facebook und Videospielen, junge Menschen gemeinsam musizieren zu sehen und vor allem zu hören. Ein solches Ereignis war am 04. September in der Ulrichskirche in Halle und am 18. September in der Aula der Universität in Jena zu erleben.
4 Chöre aus Sachsen, Thüringen und Sachsen–Anhalt machten sich auf den mehr oder weniger langen Weg nach Halle, um gemeinsam ein Wochenende mit dem Singen zu verbringen. Das Ergebnis konnte man sich in den beiden Konzerten in Halle und Jena anhören. Zunächst stellte sich jeder Chor mit zwei oder drei Liedern vor. Eröffnet wurde das Programm von dem Mädchenchor aus Halle–Neustadt mit dem Klassiker, natürlich von Georg Friedrich Händel: „Es schlagen freudig unsre Herzen“. Man fühlte sich gleich in die eigene Kindheit zurück versetzt und erinnert sich, wie man dieses Lied einmal selbst gesungen hat. Doch es sollte nicht nur klassisch bleiben. Mit dem Lied „Lollipop“ endete der Mädchenchor. Als nächstes stellte sich der Chor des „Dr.–Wilhelm–André–Gymnasiums“ vor. Mit zwei Volksliedern und einem kanadischen Folksong meisterten die jungen Sängerinnen ihren Auftritt mit Bravour.
Danach standen 6 Sängerinnen auf der Bühne. Von Herrn Ventur, der mit einer kurzweiligen und amüsanten Art durch das Programm führte, erfuhr das Publikum, dass der Chor eigentlich größer ist und dies nur eine kleine Abordnung sei. Umso erstaunter war man dann, wie beeindruckend nur 6 Stimmen ein so tolles Programm darboten. Vor der Pause stellte sich der Chor des „Otto–Schott–Gymnasiums“ vor. Der Beitrag begann jedoch nicht auf der Bühne. Die Mädchen und zwei Jungen verteilten sich in den Gängen zwischen den Zuschauerreihen und sangen ein afrikanisches Freiheitslied, mal leiser und mal lauter, mal nur einer mal viele. Es war eine sehr beeindruckende Darbietung. Über das Volkslied „Wenn ich ein Vöglein wär“, welches in einer nicht gewohnten, aber sehr schönen Weise dargeboten wurde, zum Song „Run“ von Leona Lewis war das Programm des Chors der gelungene Abschluss des ersten Teils des Konzerts. Die anschließende Pause wurde zum Umbauen benötigt. Es wurde viele Stühle und Notenpulte hereingetragen. Es nahm Platz: das Jugendsinfonieorchester des Musikzweiges der Latina August Herrmann Fracke aus Halle.
Doch was soll ein Orchester bei einem Chorkonzert? Diese Frage beantwortete Herr Ventur, der künstlerische Leiter des Projektes. Es waren nicht etwa Sänger, die das Singen verweigerten und stattdessen zum Instrument griffen. Die jungen Instrumentalisten sollten einen Farbklecks in das Programm bringen. Mit Filmmusiken aus „Forrest Gump“ und „Fluch der Karibik“ ist es dem Orchester gelungen spätestens dann für Gänsehaut zu sorgen. Nach den beiden Einzelbeträgen begleitete das Orchester den Mitteldeutschen Kinderchor, der sich nun aus allen vier Chören zusammensetzte. Die jungen Sänger präsentierten nun das Programm, welches sie in Halle bei dem Workshop erarbeitet hatten. Es folgten Lieder aus dem Film „Die Kinder des Monsieur Mathieu“. Eine junge Sängerin übernahm sogar den Solopart des Jungen Pierre Morhange. Es ist bewundernswert, wie souverän sie ihr Solo gesungen hat. Da gehört sicher eine Menge Mut dazu – ganz toll! Ebenso beeindruckend war das Lied „The Water Is Wide“, welches von 4 Schülern aus dem Jugendsinfonieorchester arrangiert wurde.
Aber auch die anderen Stücke waren sehr schön. Von „“Ave, maris stella“ bis zu hin zu Queens Hit „Dont stop me now“. Ich durfte beide Konzerte hören. Und ich war jedes Mal begeistert.
In dem Lied „Ein guter Tag“ von Thomas Richter wurde gesungen: „… und sei´s nur Lächeln auf einem Gesicht, ist´s Mühe vielleicht, aber Plage doch nicht“ Die Sängerinnen und Sänger sowie die Instrumentalisten haben es geschafft, mit ihrer Musik, jedem die zwei Stunden ein Dauerlächeln ins Gesicht zu zaubern. Vielen Dank dafür.
Ich hoffe und wünsche sehr, dass aus dem Projekt „Mitteldeutscher Kinderchor“ noch viele so schöne Konzerte zu hören sein werden.

Bettina Stobbe